Tatra-Überquerung

Geständnis: obwohl ich so nahe an dem Land wohne, war ich noch nie wirklich in Polen gewesen (auf Usedom oder in Frankfurt/Oder über die Grenze hüpfen zählt nicht). Diese sehr empfehlenswerte Tour hat Abhilfe geschaffen:

Vorprogramm
Bahnfahrt Berlin-Krakau (mit Kurzstopp in Warschau), Sightseeing in Krakau, Besuch vom Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, Busfahrt nach Zakopane

Tag 1
Mit dem 6:30 Uhr-Bus (Linie 1) vom Busbahnhof zur Talstation um die erste Gondel zu erwischen, von dort mit der Seilbahn hoch zum Kasprowy Wierch (Tipp: Ticket frühzeitig online buchen – die Schlange kann sehr lang werden).
Gratwanderung mit Besteigung des Świnica (mit diversen Kletterstellen, die aber aber mit Ketten und Leitern gesichert sind).
Übernachtung in der völlig überfüllten Hütte Pięć Stawów (frühzeitig reservieren!)

Tag 2
Morgens los zum Morskie Oko, von dort Aufstieg zum Rysy (auf der polnischen Seite ist der Aufstieg ein kettengesicherter Klettersteig – man sollte schon sehr trittsicher sein), Grenzüberschreitung zur Slowakei
Übernachtung in der kleinen Berghütte Chata pod Rysmi

Tag 3
Ruhetag. Nur Abstieg vom Rysy zum See  Popradeske Pleso mit Übernachtung im gleichnamigen Berghotel (alternativ kann man die Tour von Tag 4  anhängen oder den Kôprovský štít besteigen). Starker Gegenverkehr beim Abstieg (der Rysy ist beliebt bei den Slowaken)

Tag 4
Aufstieg zur Tatranská magistrála, dem Panorama-Höhenweg am Rande der hohen Tatra, Übernachtung im piekfeinen Wellnesshotel Sliesky Dom, das glücklicherweise ein paar billige Stockbetten für Wanderer bereitstellt (man kommt sich aber trotzem komisch vor).

Tag 5
Wanderung zur nächsten Berghütte Zbojnícka chata über zwei Pässe (mit leichten Kletterstellen)

Tag 6
Abstieg zum Bahnhof Starý Smokovec, von dort mit der Bahn nach Bratislava mit Umsteigen in Poprad

volle Distanz: 52.45 km
Gesamtanstieg: 4287 m
Gesamtabstieg: -5066 m
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Tipps

  • Die Wege sind sehr gut gekennzeichnet – man muss selten auf die Karte schauen (von der Kompass-Karte ist abzuraten, da die Wege sehr schlecht dargestellt sind – besser sind die slowakischen Karten, z.B. hier online)
  • Außerdem gibt es eine polnische Seite, die man sehr gut als Routenplaner nutzen kann (mit GPX-Export!). Hier gilt das gleiche wie für alle Schilder/Karten/Wegweiser/etc.: die angegebenen Gehzeiten sind sehr sportlich. Gemütliche Geher brauchen doppelt so lange.
  • Wir waren in der Hochsaison dort. Die Schlafplätze waren alle belegt, teilweise haben Leute in den Gängen und im Speisesaal geschlafen. Rechtzeitig reservieren!

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